Fokus „Mediale Kommunikation"

Globalisierung baut wesentlich auf erweiterten, beschleunigten und vertieften Formen der medienvermittelten Kommunikation auf. Dies gilt zum einen für politische und wirtschaftliche Formationen des Globalen wie etwa globale Institutionen, Bewegungen, Kampagnen und Märkte, die ohne globalisierte Formen der interpersonalen wie auch der Massenkommunikation nicht denkbar sind. Zum anderen zeigt sich die Bedeutung medialer Kommunikation ganz besonders im Hinblick auf kulturelle Formationen wie die Konstruktion kollektiver Identitäten. Damit sind Wahrnehmungen der Zugehörigkeit zu Kollektiven, Gefühle der Solidarität mit Mitgliedern solcher Kollektive, aber auch Abgrenzungen gegenüber anderen Kollektiven sowie Feindbilder gemeint.

Prozesse der kollektiven Identifikation sind zu einem großen Teil medienvermittelte Kommunikationsprozesse. Im Rahmen des Promotionskollegs „Formations of the Global" lautet die zentrale Frage des Schwerpunkts Medien- und Kommunikationswissenschaft daher, inwiefern diese Gemeinschaften grenzüberschreitenden Charakter annehmen und durch welche Art von Medien und Kommunikationsprozessen grenzüberschreitende soziale Formationen begünstigt oder gehemmt werden. Die Reichweite der untersuchten Kommunikationsprozesse kann dabei von speziellen Gruppen (z.B. Diaspora- und Migrantengemeinschaften) über begrenzte kulturelle oder politische Räume (z.B. Europa, arabische Welt etc.) bis zu weltumspannenden Vernetzungen (z.B. global verbreitete Massenmedien, globale politische Bewegungen) reichen. Die Analyse bezieht dabei die Produktion medialer Kommunikation - etwa im Rahmen globaler Medienevents wie Olympischen Spiele, Gipfeltreffen, Revolutionen und Kriege - ebenso ein wie globalisierte Medienprodukte selbst und ihre Rezeption und Wirkung bei bestimmten Nutzergruppen.

Mögliche Promotionsthemen:

  • Grenzüberschreitende Medienöffentlichkeiten durch Online- (und Offline-) Medien

  • Mediale Kommunikation in transnationalisierten Bewegungen und Revolutionen (z.B. Occupy-Bewegung, Arabischer Frühling)
  • Globale Medien-Events als Kristallisationspunkte transnationaler Kommunikation
  • Grenzüberschreitende Formen von Journalismus und/oder PR
  • Grenzüberschreitende Medienskandale, Medienhysterien, Medienhypes
  • Internationaler Vergleich der medialen Konstruktion von Eigen- und Fremdgruppen
  • Grenzüberschreitende Medien- und Kommunikationsrepertoires bestimmter Bevölkerungsgruppen