LOGOS-Tagung: "ein reiner Glücksgriff"!

Wir freuen uns über das positive Feedback der Tagungsteilnehmerin Eva-Maria Obermann, die in ihrem Blog "Schreibtrieb" von der LOGOS-Doktorandentagung berichtet.

Die Tagung wurde vom Promotionskolleg "Formations of the Global" und vom Research and Study Centre der Universität Mannheim in Kooperation mit der École Doctorale Transfrontalière LOGOS organisiert. Am 4. und 5. Juli stellten Doktorandinnen und Doktoranden aus Metz, Nancy, Liège, Luxemburg, Trier, Saarbrücken und Mannheim ihre Promotionsvorhaben vor und diskutierten diese mit einem breiten und renommierten wissenschaftlichen Publikum.

 

"Dynamiken des Wandels" - internationale Doktorandenkonferenz an der Univeristät Mannheim

Die Tagung findet in Kooperation mit der École Doctorale Transfrontalière LOGOS der Universitäten der Großregion statt. Über das Promotionskolleg "Formations of the Global" und das Research and Study Centre (RSC) ist die Universität Mannheim seit 2014 assoziertes Mitglied der Doktorandenschule LOGOS. Die Tagung bietet jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance, ihre Forschungen in einem internationalen Kontext vor einem breiten und renommierten Fachpublikum zu präsentieren. Zuhörer sind herzlich willkommen. Ein detailliertes Programm finden Sie hier


 

Wir sind umgezogen!

Bitte beachten Sie, dass das Promotionskolleg umgezogen ist. Als Teil des Research and Study Center (RSC) der Philosophischen Fakultät befinden wir uns seit 1. März 2015 nun auch in D7, 27 im 4. OG - die Koordinationsstelle befindet sich im Raum 409.

 

 

Gastvortrag von Dr. Bachmann-Medick am 22.04. muss leider ausfallen! Neuer Termin: 16.09.!

Da der für den 22.04. vorgesehene Gastvortrag von Dr. Bachmann-Medick ausfallen musste, sei an dieser Stelle bereits auf den Ersatztermin am Mittwoch, 16. September um voraussichtlich 16 Uhr hingewiesen - weitere Informationen folgen zu gegebenem Zeitpunkt. Tragen Sie sich gerne in unseren Verteiler ein, um rechtzeitig vorab an den neuen Termin erinnert zu werden.

 

Veröffentlichung der Dissertation von Dr. Dominik Schreiber

Wir gratulieren Dr. Dominik Schreiber (Stipendiat von 2007-2010) zur Veröffentlichung seiner Dissertationsschrift "Narrative der Globalisierung. Gerechtigkeit und Konkurrenz in faktualen und fiktionalen Erzählungen" im Springer Verlag, Wiesbaden.

 

Forschungsstipendium der Universität Peking für Eric Hendriks

Das Institut für Soziologie an der Universität Peking hat Eric C. Hendriks (Stipendiat des Kollegs von 2010-2013; erfolgreiche Disputation 2014) ein zweijähriges PostDoc-Stipendium gewährt.

Die renommierte Universität Peking gilt als eine der besten Universitäten des Landes und genießt auch international hohes Ansehen; dies gilt insbesondere für die Sozial- und Geisteswissenschaften. Sie ist stets auch eines der Zentren kritischen Denkens in der Volksrepublik China. Dort unterrichtete z.B. der Nobelpreisträger Dr. Liu Xiabo bis zu seiner Verhaftung und die Universität Peking ist auch jener Ort, an dem sich die Studentenproteste des Jahres 1989 formierten.

Eric Hendriks wird in Peking zum Thema „popular nationalism" in der Volksrepublik China forschen, hierbei v.a. über politische Aktivisten, deren Aktivitäten sich auf den Streit zwischen der Volksrepublik China und Japan um die Diaoyu Inseln beziehen.

 

 

Veröffentlichung der Dissertationsschrift von Dr. Verla Lauf

Wir gratulieren unserer ehemaligen Stipendiatin Vera Lauf zur Veröffentlichung ihrer Dissertationsschrift Moderne Aneignungen: Zur Kritik der Moderne in der Kunst der Gegenwart. Dorit Margreiter – Florian Pumhösl – Paulina Olowska im Verlag Silke Schreiber (München).

 

Veröffentlichung von Dr. Rebecca Fuchs

Die Dissertationsschrift "Caribeanness as a Global Phenomenon. Junot Díaz, Edwidge Danticat, and Cristina Garcia" unserer Stipendiatin Rebecca Fuchs ist im Wissenschaftlichen Verlag Trier erschienen.
Wir gratulieren ihr sehr herzlich zur Publikation!

 

Kommentar zum Werkstattgespräch von Prof. Dr. Wessler

„Kill Your Darlings!" - Vom Werkstattgespräch „Wie schreibe ich (m)eine Dissertation?" mit Prof. Dr. Hartmut Wessler berichtet David Schieferdecker, Kollegiat:

Hartmut Wessler, Professor am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, teilte am 05.Mai 2014 in einem kurzweiligen Vortrag Erfahrungen aus der eigenen Schreibwerkstatt und der Betreuung von Dissertationen. Wessler, selbst langjähriger Sprecher des Promotionskollegs, befürwortete die generelle Tendenz, dass Dissertationen immer seltener mit Welterklärungsanspruch geschrieben würden. Anstelle eines enzyklopädischen Duktus sollten Doktoranden die Vermittlung des punktuellen Erkenntnisfortschritts ins Zentrum ihrer Arbeit rücken. Hilfreich sei es hierfür, früh prägnant zu formulieren, für welchen zentralen Beitrag die eigene Dissertation später stehen solle. Dies könne etwa durch das Einüben eines „Watercooler-Pitchs" oder durch das frühe Formulieren des Kern- bzw.
Analysekapitels geschehen.

Den zweiten Teil seines Vortrags widmete Hartmut Wessler dem eigentlichen Schreibprozess. Er sensibilisierte dafür, dass der Darstellungsprozess nicht den Arbeitsprozess spiegeln dürfe. Für eine stringente Argumentation müssten von Zeit zu Zeit liebgewonnene Exkurse und originäre Gedanken geopfert werden. „Kill your Darlings!", wie Wessler diese schmerzvolle Notwendigkeit im Sinne der Leserführung schmunzelnd beschrieb.

Abschließend betonte er, dass der Schreibprozess selbst bei optimaler Fokussierung Disziplin und Durchhaltevermögen erfordere. Neben realistischen Tageszielen und dem bewussten Begrenzen von Prokrästinationsphasen sei es entscheidend, sich fortlaufend mit dem Betreuerteam auszutauschen. Als besonders erfolgsversprechend habe sich bewährt, unumstößliche Termine einzuplanen, an denen Teilkapitel an Betreuer, Kollegiaten oder Kollegen zur Kommentierung gegeben werden.

 

 

Kommentar zum Werkstattgespräch von Prof. Dr. Eckkrammer

Am 07.04.2014 gab Prof. Dr. Eva Eckkrammer den DoktorandInnen des Promotionskollegs sowie einigen GasthörerInnen einen interessanten Einblick in die Gremienarbeit und organisationale Struktur der Universität Mannheim. Zunächst erläuterte sie die Grundstruktur der Universität bevor sie besonders auf die zentralen Institutionen des Universitätsrates, Senats sowie Rektorats einging und deren Zusammensetzung, Aufgaben und Befugnisse darlegte. Dabei erklärte sie auch die geteilten Aufgabenbereiche von Kanzlerin und Rektorat und ließ uns an ihren eigenen Erfahrungen als Prorektorin für Infrastruktur, Chancengleichheit und wissenschaftlichen Nachwuchs teilhaben.

Danach zeigte sie die verschiedenen Wege auf, sich als DoktorandIn und/ oder wissenschaftliche Angestellte in die Gremienarbeit der Universität einzubringen und ermutigte alle, diese Möglichkeit zu ergreifen. Sie betonte, dass trotz des erhöhten Arbeitsaufwandes eine solche Position unschätzbare Einblicke in die Funktionsweise einer Universität verliehen und dieses Engagement unabdingbar für eine demokratische Universität seien, in der alle Gruppen Berücksichtigung und Mitsprache hätten.

Zuletzt gab es Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen und mögliche Chancen, aber auch Hindernisse, der Gremienarbeit offen zu diskutieren.

Wir danken Frau Eckkrammer für den sowohl informativen als auch motivierenden Vortrag, der besonders auch uns DoktorandInnen die Chance gab, schon früh erste Einblicke in dieses wichtige Feld universitärer Arbeit und Entscheidungsfindung zu bekommen.

Ein Bericht unserer Stipendiatin Kerstin Reibold.

 

Kommentar Methodenseminar mit PD Dr. Axel Schmidt (IDS)

Lucia Weiger berichtet über den Methodenvortrag "Qualitative Sozialforschung" von PD Dr. Axel Schmidt (IDS) am 21. Februar 2014.

 

 

 

Kommentar zum "Forum Berufseinstieg" mit Dr. Alexander Rösler

Am 25.11. war Dr. Alexander Rösler unser Gast in der Reihe "Forum Berufseinstieg" und berichtete über seine Arbeit als Wissenschaftslektor. Unsere Doktorandin Maartje Koschorreck berichtet über die Veranstaltung.

 

 

Kommentar zum Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Jochen Hörisch

Das erste Werkstattgespräch "Rhetorik im akademischen Alltag" mit Prof. Dr. Jochen Hörisch fand am 19.11. statt. Chantal Marquardt (Doktorandin und akad. Mitarbeiterin am Romanischen Seminar der Universität Mannheim) war dabei und berichtet über die kurzweilige Veranstaltung.

 

 

Methodenseminar Diskursanalyse mit PD Dr. Jörn Steigerwald

Ein Kommentar unserer Kollegiatin Ines Bugert

Der Gastvortrag von PD Dr. Jörn Steigerwald zum Thema Diskursanalyse fand im Rahmen der Reihe "Methodenseminare" statt, die im kommenden Semester fortgesetzt wird.

Steigerwald, der die Diskursanalyse „aus der Perspektive eines Foucault-Lesers bzw. Anwenders" vorstellte, analysiert ausgehend von Huber L. Dreyfus‘ und Paul Rabinows Titel Michel. Foucault. Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik. (1987) Foucaults Verhältnis zu den Feldern der Hermeneutik und des Strukturalismus, denen Foucault laut Werkstitel nicht zugerechnet werden kann, da er sich „jenseits" der genannten Bereiche befinde.

Der Strukturalismus kennzeichnet sich durch die Vorstellung von der Möglichkeit der empirisch objektiven Analyse bestimmter Strukturen, die objektivierbar, also nicht Resultat subjektiver Interpretationen sind. Diese Strukturen werden als transhistorisch und transkulturell angesehen. In seiner Abhandlung Die Ordnung der Dinge (1966), spreche sich Foucault, der sich vor allem für Machtstrukturen und Wissensordnungen interessiere, gegen die Vorstellung überzeitlich differenter Strukturen aus. Foucault betone die Eigenwertigkeit von Epistemen am Beispiel der Denkbereiche Sprache, Geld/Arbeit und Biologie und wende sich gegen die Vorstellung evolutionären Denkens und der Kontinuität der Ordnung. Nach Foucault befinden sich Wissenschaftsordnungen nicht im machtfreien Raum, sondern werden jeweils von eigenen Machtstrukturen bedingt. So stelle sich in jedem Denkbereich zunächst die Frage, wer überhaupt sprechen darf.

Die Hermeneutik als Lehre vom Auslegen und Verstehen von Texten stelle, so Steigerwald, vor allem WAS-Fragen, wohingegen sich Michel Foucault grundsätzlich mit WIE-Fragen beschäftige. So frage Foucault nicht danach, was ein Diskurs ist, sondern vielmehr wie ein Diskurs funktioniert. Foucault ziele darauf ab, historisch „anderes" zu analysieren, ohne es sich eigen zu machen. Demzufolge analysiere Foucault nicht die historische Differenz, sondern frage danach, wie es zum Ist-Zustand gekommen ist. Foucault beschäftige sich mit durchgehenden Strukturen, die sich überzeitlich verfestigen, jedoch unter anderem Namen geführt werden sowie mit Techniken, deren Benennung überzeitlich konstant ist, deren Bedeutung sich jedoch verändert hat. Steigerwald nennt beispielhaft das Prinzip der Pastoralmacht, die zwar überzeitlich erhalten bleibt, jedoch nicht mehr von Priestern, sondern anderen (weltlichen) Akteuren, wie z.B. Ärzten, übernommen wird.

Die Bereiche Strukturalismus und Hermeneutik erweitert Steigerwald um das Feld der Epistemologie (Erkenntnistheorie) und den bei Foucault verwendeten Begriff des „positiven Wissens", welcher die Vorstellung eines objektivierbaren, empirisch nachvollziehbaren Wissens als Grundlage der französischen Denkschule des Positivismus meint. Foucault befasse sich mit der Fragestellung, wie in den Wissenschaften Wissen gewonnen, produziert, gefestigt und weitergetragen wird sowie wer überhaupt berechtigt ist, Wissen zu produzieren.

Resümierend kommt Steigerwald zu dem Ergebnis, Foucault orientiere sich durchaus am Strukturalismus, da er nach der Ordnung des Wissens fragt. Ebenso orientiere sich Foucault an der Hermeneutik, da er Texte verstehen will und diese in ihrer historischen „Gemachtheit" analysiert. Letztendlich orientiere er sich ebenso an der Epistemologie, da er danach fragt, welches Wissen wann, auf welche Weise und von wem produziert wird.

Steigerwald schließt den ersten Teil seines Vortrags mit dem Fazit, Foucault befasse sich also mit dem Zusammenspiel von Macht, Subjekt, und Wissen zu allen Zeiten.Im zweiten Teil des Vortrags wendet sich Steigerwald der Diskursanalyse zu und geht der Frage nach, warum wir uns überhaupt mir Foucault beschäftigen. Er bespricht die Begriffe „Diskurs". „Dispositiv" und „Problematisierung".

Unter Diskurs ist im Allgemeinen ein Aussagesystem zu verstehen, das an bestimmte Verfahren des Ein- und Ausschlusses gebunden ist. Diskurse werden durch Sprecher (Subjekte) und Objekte gekennzeichnet, die in einem durch Macht charakterisierten Verhältnis zueinander stehen. Dabei gelten die Prämissen, dass der Sprecher eines Diskurses stets als Teilnehmer desselben ausgewiesen sein muss, der Beitrag in einem als diskursfähig angesehenen Medium publiziert werden muss sowie dass der Beitrag in wissenschaftliches Wissen integrierbar ist.

Im sogenannten Dispositiv geht es darum, wie und wo Wissen produziert wird, das irgendwann in den Diskurs aufgenommen wird sowie um die Verbindung von Institutionen, die gemeinsames Wissen produzieren, das auf verschiedenen Feldern genutzt werden kann. Steigerwald nennt den durch Foucault geprägten Begriff der „Biopolitik" (auch: Bio-Macht), der bestimmte Machttechniken zur Kontrolle von Wissen auf Grundlage des Dispositivs bezeichnet. Ziel der Biopolitik, so Steigerwald, sei es, möglichst viel Wissen über Normales und Anormales zu gewinnen.

Den Begriff der Problematisierung verwendet Foucault in Der Gebrauch der Lüste (1984) (2. Band des Werkes Sexualität und Wahrheit). Steigerwald weist darauf hin, dass in dieser Abhandlung das Verhältnis von Subjekt und Macht nicht mehr so eindeutig formuliert ist wie zuvor. Steigerwald veranschaulicht den Begriff der Problematisierung mit der Objektivierung, also Selbstunterwerfung, eines starken Subjekts, am Beispiel der französischen Galanterie.

Letztlich geht der Vortragende auf das Verhältnis von Philosophie und Literaturwissenschaft sowie auf den Autor als Begründer einer Diskursivität (nicht eines Diskurses) ein. Foucault nennt zwei Diskursivitätsbegünder: Marx als Autor des Marxismus sowie Freud als Autor der Psychoanalyse. Steigerwald schlägt daran anschließend vor, die „deutsche Erfindung der Ästhetik" auch als Form der Diskursivität zu betrachten. Die Ästhetik schreibe vor, was als Literatur angesehen werde. Ästhetik objektiviere also Kunst, um anhand der Kunst Aussagen über Kunst machen zu können.

Jörn Steigerwalds ebenso kurzweiliger wie informativ-anschaulicher Vortrag endet mit einigen Fragen aus dem Plenum, von der beispielhaft die anwendungsbezogene Frage des Kollegiaten David Schieferdeckers nach der Beschreibung der Stipendiaten im Diskurs des Promotionskolleg „Formations of the Global" mit dem Verfahren der Diskursanalyse Erwähnung finden soll. Steigerwald beantwortet die Frage mit einem Exkurs zum Diskurs der Naturwissenschaft, dessen (Macht-)Strukturen die Publikation in anerkannten Fachzeitschriften wie „Nature" und „Science" vorsehen. Ebenso, so Steigerwald scherzhaft selbstironisch, habe derjenige die größten Chancen zu einer Tagung eingeladen zu werden, der nicht die Universität Paderborn, sondern Harvard oder Yale als Heimatuniversität nennen könne.

 

Grenzüberschreitende Geschichten

Frederike Felcht, Doktorandin des Promotionskollegs, hat kürzlich ihre Dissertation im A. Francke Verlag veröffentlicht.

"Ein Porzellanchinese, eine Zigarre, das Transatlantikkabel - solchen Dingen widmen H. C. Andersens Texte ihre Aufmerksamkeit. Den Dingen ist gemeinsam, dass sie Teil eines Netzwerks sind, in dem uns das Nächste mit dem Fernsten verbindet. Zugleich sind diese Texte selbst Teil der globalen Warenzirkulation, die sie beschreiben. Deshalb erzählt „Grenzüberschreitende Geschichten" in den Spuren der Texte eine Geschichte der Globalisierung. Mit der weltweiten Warenzirkulation verändern sich auch die Verhaltensweisen und Selbstbilder der Konsumenten: Die Macht der Dinge wächst. Globalisierungs- und dingtheoretische Ansätze werden zur Analyse dieser Prozesse mit Überlegungen der Kritischen Theorie verbunden. So wird eine bislang weitgehend unbemerkt gebliebene, aktuelle Dimension von Andersens Märchen und Geschichten, Autobiographien und Reisebüchern sichtbar."

Weitere Informationen und eine Leseprobe finden Sie auf den Seiten des Verlags.

Felcht, Frederike. Grenzüberschreitende Geschichten. H. C. Andersens Texte aus globaler Perspektive. A.Francke Verlag, Tübingen: 2013. (ISBN: 978-3-7720-8487-4)

 

Kommentar zum Gastvortrag "Respacing Africa"

von unserer Doktorandin Katharina Weis

Prof. Dr. Ulf Engel beschrieb den Zuhörern die Perspektive der „Bruchzonen" (critical junctures) als eine Dialektik zwischen Deterritorialisierung und Reterritorialisierung. Die Dynamik dieser Dialektik wurde anschaulich im zweiten Teil seines Vortrags am Beispiel der Formierung neuer Räume in Afrika dargestellt. In der anschließenden Diskussion kam die Frage nach der Bedeutung von Kultur im Prozess des „Respacing" auf. Kultur sei in diesem Zusammenhang ein System von Sinngebung, das zentral für das Erkennen und Kommunizieren von Räumen ist. Interessant war auch die Überlegung, dass Globalisierung als solche nicht existiert, wie u.a. einige Mitglieder des von Herrn Prof. Engel geleiteten DFG-Graduiertenkollegs in Leipzig zu bedenken geben. Laut dieser Anschauung handelt es sich dabei nur um einen diskursiven Akt, den Sprecher für sich instrumentalisieren können.

 

Tagungsbericht

Crossing Tresholds: Decoloniality and Gender in Caribbean Knowledge

Unsere Kollegiatin Rebecca Fuchs war Mitorganisatorin der International Junior Conference "Crossing Thresholds: Decoloniality and Gender in Caribbean Knowledge". Veranstaltet wurde der Workshop, der vom 23. - 25. Januar 2013 stattfand, von der Gesellschaft für Karibikforschung e.V. (SoCaRe) und dem Romanischen Seminar der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Er bot NachwuchswissenschaftlerInnen (vor allem DoktorandInnen und PostdoktorandInnen) die Gelegenheit zur Vorstellung eigener wissenschaftlicher Arbeiten und zum interdisziplinären Austausch aktueller dekolonial-genderspezifischer Perspektiven im Bereich der Karibikforschung. Das Programm finden Sie unter www.caribbeanresearch.net.

----JETZT NEU: TAGUNGSBERICHT-----

 

Exkursion ins Musée Quai Branly, Paris

Ein Bericht von Lucia Weiger

Im Rahmen des Kollegseminars, in dem dieses Semester Fragen zum "Faktor Mensch" in einer globalisierten Welt im Vordergrund stehen, unternahmen die Promovierenden gemeinsam mit Frau Prof. Annette Kehnel eine Exkursion nach Paris. Ziel war das am Fuße des Eifelturms gelegene Musée Quai Branly, das derzeit, neben ethnologischen Ausstellungen in Form "geographischer Rundgänge" von Ozeanien über Asien und Afrika bis nach Süd- und Nordamerika, eine Sonderausstellung zum Thema "Cheveux chéris - Frivolités et trophées" ("Beloved Hair - Trophies and trifles") bietet.

Haare bilden das Leitmotiv dieser Ausstellung und werden als universelles Thema, als eine biologisch-anthropologische Konstante verstanden, anhand derer kulturelle Vergleiche vollzogen werden können. An Exponaten wie Büsten, Fotos, Videoinstallationen, Gemälden, Perücken und Haarlocken, Skalpen, Schrumpfköpfen und Mumien wird Fragen nach menschlichen Verhaltensweisen, nach Prozessen individueller und sozialer Identitätsbildung, Sexualität und Gender sowie Macht und Symbolik nachgegangen. In Verbindung mit dem Seminarthema wurde zudem die Frage aufgeworfen, was es auf der Suche nach einem "globalen Menschenbild" zu betonen gälte: die Gemeinsamkeiten, oder die Unterschiede.

Die anschließende Nachbesprechung der Ausstellung in einem Petit Bistro konnte dann ganz ohne Haarspaltereien, haarsträubenden oder an den Haaren herbeigezogenen Diskussionsbeiträgen ablaufen - auch fand niemand ein Haar in seiner Suppe. Um ein Haar hätten sich jedoch manche in die Haare bekommen, deren Meinungen sich nicht bis aufs Haar glichen. Doch da niemand Haare auf den Zähnen hatte und sich zudem alle mit Haut und Haaren der hohen Kunst des Diskutierens verschrieben hatten, konnten solch haarige Angelegenheiten um Haaresbreite verhindert werden. Stattdessen wurde die Gelegenheit beim Schopf gepackt haarklein haarscharfe Beobachtungen einander mitzuteilen und die Ausstellung nachklingen zu lassen.

 

Aufklärung im Mittelalter und Entzauberung der Moderne

Ein Kommentar von Andreas Haller

zu dem Gastvortrag von Prof. Dr. Reinard Krüger am 04. März 2013

Prof. Reinhard Krüger schilderte in seinem Vortrag auf anschauliche und bisweilen auch humoristische Weise, wie unter dem Einfluss zeitgenössischer Wahrnehmungstendenzen und mangelnder historischer Perspektive irrtümlicherweise universelle Menschenbilder vergangener Epochen entstehen können. Besonders verdeutlichte er dies anhand der Erdscheibentheorie - einem "modernistischen Mythos", welcher offensichtlich bis zum heutigen Tage selbst vor Schulbüchern der Mathematik nicht Halt macht. Für die zahlreichen Zuhörer des Gastvortrags war dies sicherlich ein deutlicher Fingerzeig, historische Dokumente stets einer umfassenden Quellenkritik zu unterziehen und im Kontext ihrer Zeit zu untersuchen.

 

Forum Berufseinstieg: Von der Forschung zur Forschungsförderung

Ein Kommentar von Christin Kroiher-Schühle

zu der Gesprächsrunde mit der Wissenschaftsmanagerin Dr. Cornelia Soetbeer von der VolkswagenStiftung am 22. Februar 2013

Cornelia Soetbeers Vortrag war authentisch und inspirierend. Mit ihrer offenen und direkten Art machte sie es uns Promovierenden leicht, mit ihr ins Gespräch zu kommen und von ihren eigenen Erfahrungen in der deutschen Stiftungslandschaft zu profitieren. Cornelia Soetbeer betonte die Wichtigkeit der eigenen Promotion für ihren Karriereweg, ließ jedoch auch durchblicken, dass eine exzellente akademische Ausbildung allein in ihrem Berufsfeld nicht ausschlaggebend sein müsse. Es sei spürbar, wenn jemand wirklich für eine Sache brenne und dies zähle am Ende ebenso wie Praktika, Auslandsaufenthalte und akademische Bestnoten.

 

Universalismus und Partikularismus

Sebastian Schickl, der von 2007 bis 2011 am Promotionskolleg promovierte, hat kürzlich seine Dissertation im Röhrig Universitätsverlag veröffentlicht:

"Sebastian D. Schickl analysiert die Diskurse um Raum und Zeit innerhalb der II. Internationale zwischen 1889 und 1917. Er geht den Aussagen nach, die innerhalb der II. Internationale zur temporalen und räumlichen Struktur der Welt gemacht wurden. Welche Weltentwürfe und -analysen, Weltstrukturen und Weltordnungsvorstellungen prägten die II. Internationale, veränderten sich diese durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs?

Der Beitrag der II. Internationale in diesem Prozess und die Veränderungen und Verschiebungen durch den Weltkrieg auf die temporale Welterklärung und die territoriale Weltordnung stehen im Mittelpunkt der Arbeit. [...] Dabei stellt sich heraus, dass das Spannungsfeld von Universalismus und Partikularismus immer deutlicher zutage trat. Wer zum Beispiel partikularnationalistische Interessen formulieren wollte, musste sie in ein universales Ensemble einbetten." Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Verlags...

Schickl, Sebastian D. Universalismus und Partikularismus. Erfahrungsraum, Erwartungshorizont und Territorialdebatten in der diskursiven Praxis der II. Internationale 1889-1917. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert: 2012. (ISBN 978-3-86110-521-3)

 

Medialisierung von Slums

Igor Krstic ist Mitherausgeber der neuesten Ausgabe von parapluie.de, die sich der Medialisierung von Slums (Ghettos, Banlieues, Favelas etc.) widmet. Krstic selbst gibt in seinem Artikel einen umfassenden historischen und theoretischen Überblick zu Problemen der medialen Darstellung von Slums.

Die Ausgabe insgesamt stellt sich der Herausforderung, Slums als mediales Phänomen neu zu überdenken: Wer stellt Slums wie dar, was sind die Perspektiven, was die (Macht-) Interessen? Slums werden oft genug als Kehrseite der Globalisierung thematisiert, aber nicht nur aus der Außen- sondern zunehmend auch aus der Innenperspektive. Die Slumbewohner bedienen sich mittlerweile selbst - dank IPhone, sozialen Netzwerken und YouTube - verschiedener Medien, um den fremden Blick auf sie zurückzuwerfen. Aber die (Hyper)Medialisierung der Slums verändert auch den fremden Blick, der ungleich reflektierter, gebrochener und kreativer geworden ist. Slums dienen nicht mehr nur als Projektionsfläche, sondern fungieren auch selbst als Medium der Reflexion, hier vor allem im Film und in der Musik.

„parapluie - elektronische Zeitschrift für Kulturen, Künste, Literaturen" (ISSN 1439-1163) wurde 1995 gegründet und ist seit 1997 online. Sämtliche Ausgaben sind abrufbar unter http://parapluie.de.

 

Forum Berufseinstieg

Das Forum Berufseinstieg bietet DoktorandInnen der Philosophischen Fakultät die Möglichkeit, sich in legerer Atmosphäre mit etablierten Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzufinden. Die jeweiligen ReferentInnen berichten über ihren persönlichen Werdegang, stellen sich den Fragen der DoktorandInnen und liefern Tipps zum Einstieg in das betreffende Berufsfeld.

Interessierte Promovierende der Philosophischen Fakultät können sich jeweils vorab bei der Koordinationsstelle des Promotionskollegs anmelden, um sich einen Platz zu sichern (promotionskolleg[AT]uni-mannheim.de).

Die Termine und genauere Informationen zu einzelnen Veranstaltungen finden Sie im Bereich 'Aktuelle Veranstaltungen'.

 

World Cinemas

Im Namen unseres Kollegiaten Igor Krstic, derzeit Mitarbeiter am Lehrstuhl für Amerikanistik, laden wir Sie herzlich ein zum Gastvortrag von Prof. Lúcia Nagib, Filmwissenschaftlerin am Centre for World Cinemas der University of Leeds. Der Vortrag mit dem Titel "The Classical-Modern Hybrid and the Politics of Intermediality" findet am Mittwoch, den 5. Dezember 2012 um 17.15 Uhr in Raum O 129 statt. Weitere Informationen zum Vortrag folgen in Kürze.

 

Ein herzliches Willkommen an unsere neuen DoktorandInnen

Im Rahmen einer kleinen Feier begrüßte das Promotionskolleg am 27. September offiziell seinen neuen Jahrgang von StipendiatInnen. Ines Bugert, Andreas Haller, Maartje Koschorreck, David Schieferdecker, Lucia Weiger, Katharina Weis und Katharina Wilke stellten an diesem Abend ihre Dissertationsprojekte den übrigen Kollegmitgliedern vor. Auch die anwesenden "älteren" DoktorandInnen gaben einen kurzen Einblick in ihre Forschungsthemen, während die ProfessorInnen des Kollegs Erinnerungen an die eigene Promotionszeit zum Besten gaben. Der anschließende Umtrunk bot weitere Gelegenheit, sich näher kennenzulernen und über Verschiedenes auszutauschen.

 

Öffnung des Kollegseminars

Das Kollegseminar des Promotionskollegs "Formations of the Global" kann im HWS 2012 von allen interessierten DoktorandInnen der Philosophischen Fakultät besucht werden. Im Zentrum des Seminars steht die kulturwissenschaftliche Analyse von Globalisierungsprozessen anhand der drei Kernbegriffe Welterfahrungen, Weltentwürfe und Weltöffentlichkeiten. Die Diskussionsgrundlage sind in diesem Semester u.a. Texte von Badura, Derrida und Glissant. Das Seminar findet donnerstags von 17:15 bis 18:45 Uhr in EW 165 statt. Wer mag, kann sich auch der Kneipenrunde danach anschließen. Für Nachfragen und Anmeldungen wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin des Kollegs Tatjana Schäffner (promotionskolleg[AT]uni-mannheim.de).
 

Mittelalter als Kinderstube des Kontinents

Daniel Wimmer hält am 13. Juli 2012 bei dem Geschichtsdidaktischen Kolloquium der Universität Freiburg einen Vortrag mit dem Titel "Das europäische Mittelalter im Schulgeschichtsbuch - ein retrospektiver Entwurf der Kinderstube des Kontinents".

 

Glückwünsche zur bestandenen Disputation an Matthias Rauch und Markus Sommer

Das Promotionskolleg gratuliert seinen Doktoranden Markus Sommer und Matthias Rauch ganz herzlich zu ihrer erfolgreich bestandenen Disputation. Wir freuen uns mit den beiden und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg das Allerbeste!

 

Resignifying Wounds Through Silences

Rebecca Fuchs wird auf der 36th Annual Conference of the Society for Caribbean Studies an der University of Oxford einen Vortrag mit dem Titel "Resignifying Wounds Through Silences in Edwidge Danticat's The Dew Breaker" halten.

Das Dilemma des westlichen Trauma-Diskurses besteht bekanntermaßen darin, dass Traumata Schweigen zur Folge haben, es aber Worte braucht, um ein Trauma zu überwinden und zu heilen. Die karibische Literatur zeigt Wege auf, mit der Herausforderung dieser Ambivalenz umzugehen. Sie akzeptiert, dass weder ein absolutes Schweigen noch allein das Sprechen über eine Verletzung Heilung bieten. Vielmehr sieht sie die Lösung gerade in der kreativen Spannung zwischen den beiden Polen.

"Resignifying Wounds Through Silences in Edwidge Danticat's The Dew Breaker" theoretisiert karibische Literatur, die Schweigen als Kommunikation und in Beziehung zur mündlichen Rede nutzt. Der Vortrag zeigt, wie Schweigen zum Heilungsprozess beitragen kann und dabei die binäre Opposition von Rede und Schweigen auflöst.

 

Drei weitere Stipendien für das HWS 2012

Das Promotionskolleg hat drei weitere Stipendien für das HWS 2012 ausgeschrieben. Nähere Informationen finden Sie unter "Stipendien".

 

Formationen von "communitas"

Formationen von "communitas" im umkämpften Raum der Globalisierung

Mittwoch, 16. Mai 2012 --18.00 Uhr -- Schloss (O 135)


Formationen des Globalen sind u.a. deshalb eine Herausforderung, weil sie andere Formen der Interaktion zwischen lokal- und weltbezogener Prozessen verlangen. Konzepte wie Netzwerke (Deleuze, Latour) oder Ströme (Appadurai) haben bislang die Dynamik der Formation globalisierter Gesellschaften beschrieben. Darüber hinaus reagierte die politische Philosophie gegen Tendenzen zur Refundamentalisierung von Gruppenidentitäten (Ethnie oder Nation) mit einer offenen Konzeption von Gemeinschaft (Nancy, Blanchot, Agamben bzw. Empire von Hardt und Negri). Doch wird die utopische Dimension von Netzwerktheorien und des Kommunitarismus problematisch, wenn man derartige Ansätze auf den Prüfstein der Biopolitik im Zusammenhang mit globalen Netzwerken wie die der Camorra oder des Narcotráfico stellt. Der Vortrag reflektiert darüber mit Bezug auf Heidegger und Roberto Esposito.

Prof. Vittoria Borsò lehrt heute als Inhaberin des Lehrstuhls für Romanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihr akademischer Werdegang, der von Stationen in Duisburg, Freiburg und dem Süden der USA geprägt ist, fand seinen Anfang aber in Mannheim. Hier wurde Frau Borsò 1985 promoviert. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen: „Materialität und Produktion: Differenz und Übergänge zwischen Texträumen und Bildakten“, „Iberian Postcolonialities: A Metahistory of Material Practices of Power“ oder auch „Biopolitik, Bio-Poetik und Epistemologie des Lebens in Literatur und visuellen Medien“. Im Rahmen dieses letztgenannten Forschungsprojekts interessiert sie sich besonders für Roberto Esposito und dessen Konzept der „communitas“. Frau Borsò trägt am 16. Mai Ergebnisse aus dieser Forschung vor und adaptiert sie auf Fragen der Globalisierung.

 

Grenzüberschreitende Medienkommunikation

Grenzüberschreitende Medienkommunikation
Sonderband Nr. 2 aus der Reihe Medien- und Kommunikationswissenschaft

herausgegeben von Prof. Dr. Hartmut Wessler, und Prof. Dr. Stefanie Averbeck-Lietz

erschienen bei der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 2012

ISBN 978-3-8329-7395-7

Immer mehr medienvermittelte Kommunikation überschreitet, überwindet oder unterminiert nationale und kulturelle Grenzen.Der Sonderband liefert eine Zwischenbilanz der Forschung zur grenzüberschreitenden Medienkommunikation im deutschsprachigen Raum. Er versammelt transnationale und transkulturelle Ansätze und präsentiert Befunde über Medienstrukturen und -strategien, Medienproduktion und -inhalte, Mediennutzung und -wirkung sowie Theoriebildung. Er macht deutlich, in welcher Weise die Forschung zur grenzüberschreitenden Medienkommunikation selbst transnational und transdisziplinär vernetzt ist, und eröff net Ausblicke auf zukünftige Forschungsthemen.

Mit Beiträgen von: Andreas Hepp, Klaus-Dieter Altmeppen/Matthias Karmasin/Bøjrn von Rimscha, Manuel Puppis/Matthias Künzler/Ofried Jarren, Michael Brüggemann, Anke Offerhaus,Jürgen Gerhards/Mike S. Schäfer, Manuel Adolphsen/Julia Lück, Thilo von Pape/Thorsten Quandt/Michael Scharkow/Jens Vogelgesang
und Daniela Schlütz

 

Narrative travels across the world

Narrative travels across the world: a search for new concepts and methods

Mittwoch, 09. Mai 2012 -- 15.30 Uhr -- Schloss (EW 165)


In this lecture Dr. Eleftheria Thanouli would like to scrutinize a series of concepts introduced by Dudley Andrew (2004, 2010), Franco Moretti (2000, 2003) and Joseph Straubhaar (2007) among others, in order to unveil the hidden assumptions beneath the use of terms such as atlas, map, center and periphery and asymmetrical interdependence. Her aim is to examine the extent to which these concepts do justice to the complex and unpredictable travels of the cinematic forms. Finally, she would like to dwell on the metaphor of the ‘network' and develop a rationale for its conceptual value for the cartography of world cinema in both its contemporary form and the various forms it has taken in the course of its history.

Eleftheria Thanouli is an Assistant Professor in Film Theory at the Film Department at Aristotle University of Thessaloniki. Thanouli is the Author of the book: "Post-Classical Cinema. An Internatinal Poetics of Film Narration", which was published in June 2010.

 

 

Notions of Embodiment in Slumdog Millionaire

Igor Krstic ist vom 25. - 27. Mai 2012 nach Rumänien auf die Konferenz: The Cinema of Sensations der Sapientia University of Transylvania eingeladen. Er hält dort den Vortrag: Notions of Embodiment in Danny Bolye's Slumdog Millionaire (2008).
Embodiment (oder embodied cognition) ist eine These aus der neueren Kognitionswissenschaft, nach der Intelligenz einen Körper benötigt, also eine (partizaptorische) körperliche Interaktion mit der Umwelt voraussetzt. Herr Krstic wird in seinem Vortrag über Danny Boyle's Slumdog Millionaire versuchen aufzeigen, wie der Film diese Auffassung nicht nur präsentiert, sondern auch performativ umzusetzen versucht.

 

The Transcultural Novel

Melanie Pooch ist auf die 2012 MELUS and USACLALS Joint Conference eingeladen, die vom 19. bis 22. April in San José, Kalifornien, stattfindet. Thema der Veranstaltung ist "Ethnic Literatures and Transnationalism". Der Vortrag, den Frau Pooch halten wird, trägt den Titel: "The Transcultural Novel: Multi-Ethnic Literature and the Global City of Los Angeles".
In ihrem Vortrag fungieren sowohl der europäische Diskurs über Transkulturalität als auch das vornehmlich lateinamerikanische Konzept der Transkulturation als Ausgangspunkt, um die Diskussion auf einen neuen Kontext zu lenken: Transkulturelle Literatur der Globalstadt Los Angeles.
Die Effekte der Globalisierung manifestieren sich auch in zeitgenössischer Globalstadtliteratur. Karen Tei Yamashitas Tropic of Orange konzentriert sich nicht nur auf eine oder zwei verschiedene Ethnien, sondern versucht, verschiedene Kombinationen von kulturellen Identitäten in Betracht zu ziehen. Die für jeden Protagonisten des Romans gleichberechtigte Kapitelaufteilung und die dazu passenden, individuellen Erzählstimmen gehen einen Schritt weiter als Modelle der innerethnischen Homogenisierung und gleichzeitigen interkulturellen Abgrenzung. Yamashita kreiert einen globalen „dritten Raum", der die urbane Komplexität des kulturellen Knotenpunkt Los Angeles illustriert. Damit hinterfragt sie nicht nur die gängigen nationalen oder ethnischen Kategorisierungen, sondern überschreitet diese auf eine literarisch-kreative Art.

 

Medieval Counts of Barcelona

Daniel Wimmer hält am 14. April auf Einladung zur Konferenz "Nationizing the Dynasty - Dynastizing the Nation" der University of California in Los Angeles den Vortrag: "The Image of the Medieval Counts of Barcelona as ‘Fathers of the Nation' in the Present-Day Nationalist Self-perception of Catalonia".

 

Charismatic Teachers in Popular Culture

Eric Hendriks ist zur internationalen Konferenz "The Power of Charisma" an der Humboldt-Universität zu Berlin eingeladen. Die Veranstaltung, auf der Herr Hendriks den  Vortrag "Self-Help Gurus: Charismatic Teachers in Popular Culture" hält, findet am 22. und 23. März statt.
In seinem Vortrag wird er argumentieren, dass auch die aktuelle Forschung zum Status von Popularwissen in den Massenmedien sowie von globaler Popularkultur, und genauer die vielfältige Konkurrenz zwischen populärer und elitärer oder institutionalisierter Wahrheitsansprüche, noch immer vom Weberischen idealtypischen Konzept des Charismas profitieren kann.

 

 

Gastvortrag von Gesa Mackenthun

"Global Plots: Knowledge and Empire in Colonial and Post-Colonial Literature"

Donnerstag, 01. März -- 18:00 Uhr -- Schloss (EW 151)

The lecture addresses the potential of the novel form for expressing global and transhistorical entanglements, demonstrating this feature with reference to selected postcolonial novels e.g. by Ondaatje, Unsworth, and Ann Michaels. It particularly focusses on the representation of the connections between science (esp. space-related sciences) and empire in these texts. This includes processes of forced migration and dispossession.

Gesa Mackenthun holds the professorship for American Literature and Culture Studies at Rostock University. She carried out part of her post-doctoral research at Mount Holyoke College, MA, and at the University of California at Berkeley. From October 2006 to March 2010, Gesa Mackenthun was the spokesperson of the Graduate School "Kulturkontakt und Wissenschaftsdiskurs / Cultural Encounters and the Discourses of Scholarship" at Rostock University.

 

 

Glückwünsche zur bestandenen Disputation an Christian Knirsch

Das Promotionskolleg gratuliert seinem assoziierten Doktoranden Christian Knirsch ganz herzlich zu seiner in der letzten Woche erfolgreich bestandenen Disputation. Wir freuen uns mit Herrn Knirsch und wünschen ihm für seinen weiteren Weg das Allerbeste!

 

Nur der Kannibalismus eint uns

Katrin Sperlings Dissertationsschrift, die eine neuartige Perspektive auf das Phänomen der Globalisierung im Kontext zeitgenössischer Kunst schafft, ist soeben im transcript Verlag erschienen. Frau Sperling betrachtet darin die globale Kunstwelt als mehrdimensionalen, diskursiven Raum. Anhand verschiedener sozial- und kulturwissenschaftlicher Theorien und am Beispiel brasilianischer Kunst auf der documenta eröffnet sie eine differenzierte Sicht auf globale Verhältnisse, die über tradierte Binarismen hinausgeht. Weitere Informationen zur Publikation und zur Autorin finden Sie auf der Webseite des Verlags.

Katrin Sperling. Nur der Kannibalismus eint uns. Die globale Kunstwelt im Zeichen kultureller Einverleibung: Brasilianische Kunst auf der documenta. transcript 2011 (ISBN 978-3-8376-1768-9).

 

Urban Outcasts

Igor Krstic hält am 8. November an der Universität Maastricht einen Gastvortrag mit dem Titel "The Cinematic Slum. Urban Outcasts, Real and Imagined". Die Vorstellung einer 'cinematic city' wird derzeit sowohl von Filmwissenschaftlern als auch von Stadtsoziologen und -anthropologen diskutiert und bildet den Kontext für Herrn Krstics Forschung über die filmischen Darstellungen von Slums. Wie lässt sich erklären, dass Slum-Filme mittlerweile weltweit entstehen und sich großer Popularität erfreuen? Anhand einiger zentraler Konzepte und Diskurse (etwa der Zusammenhang zwischen Weltkino und Globalisierung) ordnet Herr Krstic diesen Trend für die Filmwissenschaften ein. Als Fallbeispiel nutzt er dafür den komerziell bislang am erfolgreichsten Film, Danny Boyle's Slumdog Millionaire (2008).

 

Neues aus dem Mittelalter

Am 7. Oktober 2011 finden die 5. Heidelberg-Mannheimer Werkstattgespräche "Neues aus dem Mittelalter" statt. In diesem Rahmen wird Daniel Wimmer im Historischen Museum der Pfalz in Speyer einen Vortrag halten, der danach fragt, inwiefern historische Ausstellungen als Medium kollektiver Selbstbilder dienen können.

 

Narrative – Narrative Strategien – Wissenstransfers

Die siebte Konferenz des Promotionskollegs mit dem Titel FORMATIONS OF THE GLOBAL: Narrative - Narrative Strategien - Wissenstransfers findet am 21. und 22. Oktober in Mannheim statt. Die Tagung wird aus zwei Keynote-Vorträgen für alle Konferenzteilnehmer und zwei jeweils disziplinären Workshops für Historiker und für Literatur- und Kulturwissenschaftler bestehen.

Der geschichtswissenschaftliche Workshop wird sich thematisch mit Identitäts- und Gruppenbildungen sowie deren Bezügen zu „Anderen" befassen. Im Mittelpunkt stehen dabei Narrative und narrative Strategien, die für die Herstellung von Selbst- und Fremdbildern sowie für die Konstruktion von Gemeinschaftsbeziehungen konstitutiv waren und sind. Diese Fragen sollen in Bezugnahme auf Transfers solcher „Gemeinschaftskonstruktionstechniken" erweitert werden.

Der literatur- und kulturwissenschaftliche Workshop wird sich inhaltlich grenz- und epochenüberschneidend mit narrativen Strategien befassen. Zentrale Untersuchungsgegenstände sind dabei Repräsentationen des Globalen durch Intertextualität, Narration, Sprache und Transkulturalität.

Wenn Sie Interesse haben, die Tagung oder einzelne Vorträge und Sessions zu besuchen, freuen wir uns sehr. Weitere Informationen finden Sie bei 'Veranstaltungen'.

 

Lesung mit Pireeni Sundaralingam

INDIVISIBLE: the Poetry of South Asian America

27. September 2011 -- 19 Uhr -- Schloss (EW 154)

Die Anthologie Indivisible ist bahnbrechend, denn es ist die erste Lyrik-Anthologie amerikanischer Dichter mit südasiatischen Wurzeln. Die Dichterin und Mitherausgeberin Pireeni Sundaralingam liest und diskutiert einige Gedichte dieser Anthologie. Anhand einer Auswahl ihrer eigenen Werke zeichnet sie außerdem ihre Erfahrungen während des Bürgerkrieges in Sri Lanka, der Immigration und des Exils im Westen nach.

Pireeni Sundaralingam ist ehemalige PEN USA Rosenthal Fellow. Ihre Gedichte werden in amerikanischen und europäischen Magazinen sowie in verschiedenen Anthologien (etwa Amnesty's 100 Poems for Human Rights) veröffentlicht.

Ihre Lyrik wird in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Tamil, Schwedisch, Vietnamesisch und Gälisch, und ist so erfolgreich, dass Frau Sundaralingam bereits zu Lesungen  im Hauptquartier der Vereinten Nationen und dem International Museum of Women geladen wurde.

Indivisible hat 2011 den California Book Award gewonnen und ist derzeit auf der Shortlist für den 2011 PEN Book Award und den 2011 Before Columbus Foundation Prize.

Ausführlichere Informationen finden Sie bei den Veranstaltungen.

 

Mignolos Border Thinking

Rebecca Fuchs widmet sich in ihrer Dissertation dem Phänomen einer karibischen Identität. Sie betrachtet "Caribbeanness" als "Kultur der Grenze", als kollektive Erfahrung historischer Gegebenheiten wie etwa Sklaverei, Gewalt und Diaspora. Anhand zeitgenössischer Romane karibischer, in den USA lebender Autoren geht sie der Frage nach, wie die Texte mit Kolonialismus und Diktatur umgehen und dadurch den Mehrwert der karibischen Kultur als emergentes Phänomen herausstellen. Letztlich geht es ihr darum zu zeigen, dass "Caribbeanness" eine lokale Form von Identität ist, die in ihrer Komplexität das Globale zu repräsentieren vermag und somit als ein Modell für Globalität gelten kann.

Die metatheoretische Grundlage der Arbeit stellt Walter D. Mignolos Konzept des "Border Thinking". Mignolo ist Direktor des Center for Global Studies and the Humanities an der Duke University, wo sich Frau Fuchs von September bis Dezember mit Unterstützung der FAZIT-Stiftung als Gastwissenschaftlerin aufhalten wird. Das Promotionskolleg wünscht Frau Fuchs viel Erfolg bei ihrer Arbeit vor Ort und eine gewinnbringende Zeit.

 

Mit dem Mittelalter die Gegenwart erzählen

Das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften und das Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften veranstalten Anfang Juli ein (Post)Graduiertenseminar, das der Frage nachgeht "Brauchen Staaten noch Kulturen?". Daniel Wimmer hält dort einen Vortrag  mit dem Titel "Mit dem Mittelalter die Gegenwart erzählen. Das Mittelalter als Quellgrund territorial verfasster Identitäten des 21. Jahrhunderts".

 

Freiheit im urbanen Zeitalter

Florentina Hausknotz' Dissertationsschrift über die Praxis der Freiheit im urbanen Zeitalter erscheint im August 2011 im transcript Verlag. Die Vorankündigung des Titels aus der Reihe 'Urban Studies' finden Sie auf der Webseite des Verlags, über die Sie bereits jetzt Exemplare vormerken können.

Florentina Hausknotz. Stadt denken. Über die Praxis der Freiheit im urbanen Zeitalter. transcript, 2011. (ISBN 978-3-8376-1846-4)

 

Ding und Identität

Frederike Felcht hat einen Beitrag für den kürzlich von Rohit Chopra und Radhika Gajjala herausgegebenen Sammelband Global Media, Culture, and Identity. Theory, Cases, and Approaches verfasst. Der Band untersucht, wie globale Medien Beziehungen zwischen Orten, Kultur und Identität formen.

Frau Felchts Kapitel „The Fetishistic Challenge: Things as Mediators of Identity in Nineteenth Century Literature" geht dieser Frage anhand von Texten Hans Christian Andersens und Adam Oehlenschlägers nach. Sie zeigt, welche Rolle Dinge für die Herausbildung globaler Netzwerke und die Konstruktion von Identitäten zwischen lokalen, regionalen und globalen Bindungen spielen. Dabei demonstriert sie auch, dass literarische Texte die wichtige Funktion von Dingen in solchen Prozessen erkennen, während wissenschaftliche Theorien des 19. Jahrhunderts dazu neigen, die Macht der Dinge auszublenden und als Fetischismus abzuwehren.

 

Fourth International Conference on Global Studies

Igor Krstic und Melanie Pooch sind als Vortragende zu der 'Fourth International Conference on Global Studies' eingeladen, die im Juli in Rio de Janeiro stattfindet.

Igor Krstics Vortrag wird sich mit Slums, Ghettos und Favelas im zeitgenössischen Weltkino auseinandersetzen. Filme wie Slumdog Millionaire oder Cidade de Deus scheinen in den letzten Jahren einen neuen Trend zu begründen, in jedem Fall aber ein kulturelles Phänomen, dem sich Herr Krstic von drei Seiten nähert - aus soziologischer, filmgeschichtlicher und philosophischer Perspektive. Herrn Krstics Reise wird vom DAAD unterstützt.

Melanie Pooch zeigt in ihrem Beitrag, wie Transkulturalität den bislang propagierten Multikulturalismus ablöst. Sie diskutiert die Begriffe und deren verschiedene Definitionen und Entwicklungen. Am Beispiel globaler Städte wie Los Angeles verdeutlicht sie anschließend, welche Formen der Diskurs der Transkulturalität in der zeitgenössischen Literatur annimmt. Frau Poochs Reise wird von der FAZIT STIFTUNG gefördert.

 

Glückwünsche zur bestandenen Disputation an Frederike Felcht

Das Promotionskolleg gratuliert seiner Doktorandin Frederike Felcht ganz herzlich zu ihrer in der letzten Woche erfolgreich bestandenen Disputation. Wir freuen uns mit Frau Felcht und wünschen ihr für ihren weiteren Weg das Allerbeste!

 

Die Macht der Plantage

Im Rahmen der 35th Annual Conference of the Society for Caribbean Studies in Liverpool (UK) hält Rebecca Fuchs im Juli einen Vortrag über die anhaltende kolonialisierende Macht der Plantagen im karibischen Raum.

Sie nutzt dabei ein Konzept des Kubaners Antonio Benítez-Rojo, der die Plantage als Maschine betrachtet (‚máquina de la plantación'). Diese Maschine umfasst die verschiedenen Plantagenwirtschaften und ist ein Manifest des Kolonialismus, das bis heute Bestand und Einfluss hat.

Wie können die karibischen Gesellschaften diesem Einfluss nun begegnen? Die Literatur bietet eine Möglichkeit, sich mit der gewaltsamen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Sie schildert deren Auswirkungen, liefert aber auch Bewältigungsstrategien, wie Frau Fuchs in ihrem Vortrag aufzeigen wird. Am Beispiel von Junot Díaz Roman The Brief Wondrous Life of Oscar Wao erläutert sie, wie die ‚máquina de la plantación' ihrer Macht beraubt werden kann.

Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Abstract zum Vortrag.

 

Gesichter der Karibik

Vortrag und Lesung der Autorin und Kulturbotschafterin Brenda Flanagan

18. Mai 2011 / Fuchs-Petrolub-Saal, Schloss O138 / Beginn 18:30 Uhr

Karibische Literatur erfährt, abgesehen von einigen Ausnahmen, in unseren Breiten noch immer keine breite Rezeption seitens des Lesepublikums. Ab und an lassen sich internationale Erfolge verzeichnen, die dann auch auf Deutsch erscheinen - in den letzten Jahren etwa Junot Díaz' Roman Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao, für den er 2008 den Pulitzerpreis erhielt.

Häufig findet die Literatur der Antillen ihren Weg zu uns aber nicht, was zu bedauern ist, denn die Karibik ist bekanntlich eine kulturell sehr vielfältige Region. Schon bedingt durch ihre geographische Lage treffen dort seit jeher Einflüsse aus aller Welt aufeinander, was sich auch im literarischen Schaffen ihrer Autoren zeigt.

Umso mehr freuen wir uns, am 18. Mai die aus Trinidad und Tobago stammende Autorin Brenda Flanagan bei uns begrüßen zu dürfen. Frau Flanagan, die auch als Kulturbotschafterin für das U.S.-Außenministerium tätig ist, wird in ihrem Vortrag „Possessing Women's Faces" die genannten Einflüsse aufgreifen, indem sie erörtert, wie die Gesichter von Frauen aus aller Welt Eingang in ihre Kurzgeschichten finden.

Im Anschluss an den Kurzvortrag liest Frau Flanagan aus einigen dieser Geschichten und steht dann für Fragen zur Verfügung. Die Veranstaltung bietet später auch Gelegenheit, sich bei einem Glas Wein auszutauschen und sich einen Eindruck von dem Gesamtwerk der Autorin zu verschaffen. Ein Büchertisch hält Exemplare aller ihrer bislang erschienen Romane und Kurzgeschichten zum Verkauf bereit. Wir freuen uns, Sie am 18. Mai um 18:30 Uhr im Fuchs-Petrolub-Saal begrüßen zu dürfen.Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Autorin und zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Webseite im Teil 'Aktuelle Veranstaltungen'.

Unser herzlicher Dank gilt ABSOLVENTUM und Bücher Bender für ihre Unterstützung der Veranstaltung.

 

CITY Talks

Am 4. Mai hält Melanie Pooch zum Abschluss ihres Forschungsaufenthalts am City Institute der York University einen Vortrag über die ‚Kulturkontaktzone' Toronto. Am Beispiel des Romans What We All Long For von Dionne Brand porträtiert sie aus literaturwissenschaftlicher Perspektive die globale Stadt als Raum transkultureller Vielfalt. Neben der Ausgestaltung dieses Raums und den darin beinhalteten Bedeutungen, analysiert Frau Pooch vor allem, welche Wechselwirkungen zwischen der Stadt und dem Menschen, der darin lebt, bestehen.

In ihrem Vortrag konzentriert sie sich dabei auf die Gruppe der Einwanderer und öffnet über den intergenerationalen Vergleich auch eine zeitliche Dimension. Welche Herausforderungen stellt  der (neue) Lebensraum Toronto an die erste und zweite Generation der Immigranten? Und welchen Einfluss nehmen sie umgekehrt auf die Stadt? - Hochaktuelle Fragen, deren literarische Verarbeitung Frau Pooch mit ihrem Vortrag genau ins Visier nimmt.

 

Call for Papers

Unbestreitbar brodelt in den Slums das Leben, aber ökonomisch wie kulturell handelt es sich hier dennoch um die Kehrseite globaler Realitäten. Soziologen wie Zygmunt Baumann, Mike Davis oder Loïc Wacquant warnen daher vor geradezu apokalyptischen Zukunftsszenarien: Die Exklusions- und Diskriminierungsprozesse der Globalisierung werden die Anzahl der Slums - die „Müllhalden der Moderne" (Baumann) - nur noch stetig wachsen lassen. Die Medien scheinen jedoch alles zu tun, um die populären Mythen, die sich um die globalen Slums ranken, aufrecht zu erhalten, um von dem moralischen Skandalon entweder ganz absehen zu können oder es in dialektischer Weise integrieren bzw. auf den kulturell-ökonomischen Mainstream beziehen zu können.

Igor Krstic, Stipendiat des Kollegs seit September 2009, ist Redakteur des Themenhefts "Medien/Slums" der Zeitschrift Parapluie. Vorschläge für Beiträge zu diesem Themenheft werden bis zum Juli 2011 erbeten an igork73@googlemail.com. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers.

 

Toronto, transkulturell

Melanie Poochs Dissertation untersucht globale Städte als kreative Zentren. Wie übersetzen diese Städte ihre kulturelle Heterogenität in die Literatur? Frau Pooch vertritt den Standpunkt, dass die literarische Analyse globaler Städte den bisherigen Fokus auf nationale Literatur oder ethnische Minoritätenliteratur überwinden muss. Für ihre Untersuchung nutzt sie daher den ursprünglich lateinamerikanischen Begriff der Transkulturalität. Ihre Dissertation wird aufzeigen, inwiefern die reziproke Beziehung zwischen transkultureller Diversität und Literatur ein wichtiges Thema der ‚Urban Studies' in einer globalen Welt ist. Ihr Augenmerk richtet sich dabei vor allem auf die Beschreibung des 'transkulturellen Romans', dessen Setting die nordamerikanischen Globalstädte New York, Los Angeles oder Toronto bilden.

Frau Pooch wird den März und April in Toronto verbringen, um vor Ort weitere Einsichten in die Thematik zu erlangen. Sie ist Gast an der York University und wird unter anderem einen Vortrag im Rahmen der dortigen CITY Talks-Reihe halten. Wir wünschen Frau Pooch einen erfolgreichen und gewinnbringenden Aufenthalt!

 

Grenzenlose Kommunikation?

Vortrag am 16. März in Mainz

networking nite bietet eine Plattform für Neueinsteiger und Interessierte in PR, Werbung und anderen Kommunikationsberufen und hat zum Ziel, den interdisziplinären Austausch zu fördern. Die nächste Veranstaltung des Netzwerks widmet sich der internationalen PR und fragt nach Öffentlichkeiten am globalen Markt.

Eine der dazu geladenen Expertinnen ist Katharina Schroeder-Niederhacke, die seit September 2009 als Stipendiatin des Promotionskollegs zu PR-Strategien transnationaler Unternehmen forscht. Frau Schroeder-Niederhacke ist ausgebildete PR-Beraterin und war vor Beginn ihrer Promotion auch praktisch tätig. In ihrem Vortrag „Grenzenlose Kommunikation? - Die Öffentlichkeitsarbeit globaler Unternehmen" diskutiert sie die Unterschiede globaler und lokaler Kommunikationsarbeit. Welche Medien werden genutzt, welche Inhalte vermittelt und was ist das Ziel der unterschiedlichen Herangehensweisen? Zur Beantwortung dieser Fragen erörtert Frau Schroeder-Niederhacke auch die Sicht der Unternehmen auf die Weltöffentlichkeit.

Die Veranstaltung beginnt am 16. März um 19.30 Uhr. Veranstaltungsort ist die SCHOTT AG in der Hattenbergstraße 10, 55122 Mainz. Die Teilnehmerzahl ist auf 35 Personen beschränkt. Melden Sie sich daher möglichst bald bei julia.piaseczny@networkingnite.de.

 

Philosophie in Zeiten der Popkultur

Ermächtigung, spirituelle Bereicherung, Entwicklung der Persönlichkeit, Reichtum, gesellschaftliches Ansehen, Erfüllung - all das können wir erreichen, glaubt man den Selbsthilfe-Lehrern mit dem strahlendweißen amerikanischen Lächeln. Im alltäglichen Sprachgebrauch bezeichnet man diese Lehrer als "Selbsthilfe-Gurus". Ihre alternativen Diskurse und Doktrinen – ihre “kommerzielle Philosophie” – sind ein wesentlicher Bestandteil des diskursiven Segments einer immer globaleren, kommerziellen Popkultur. Diese Kultur fordert das (modernistische) Selbstverständnis von Wissenschaft und Philosophie heraus, als Träger der Kultur und zivilisierende Kraft der Menschheit. Welche Rolle spielt dann aber die Philosophie in einer Gesellschaft, die von globalem Handel und Popkultur beherrscht wird? Dieser Frage widmet sich der kürzlich in den Niederlanden erschienene Artikel von Eric Hendriks:
"Filosofen en goeroes. Oog in oog met culturele mondialisering." In: Filosofie en Praktijk: Praktische Problemen in Filsofisch Perspectief. Fall 2010. Year 31, nr. 3.

 

Forschungsarbeiten zu Selbsthilfe in China

Von Februar bis August 2011wird Eric Hendriks in Peking eine empirische Studie zur Rolle der Selbsthilfe-Gurus in den chinesischen Massenmedien durchführen. Die Dissertation von Herrn Hendriks untersucht komparativ anhand der deutschen und chinesischen Öffentlichkeiten, wie sich das immer globalere Feld der Selbsthilfe-Diskurse auf nationaler Ebene manifestiert.
In diesem Frühjahr wird Herr Hendriks die chinesische Fallstudie abschließen und sich dann ab Herbst auf Deutschland konzentrieren. In Peking führt er unter anderem systematische Internetrecherchen zu Berichten über in den Massenmedien präsente Selbsthilfe-Gurus durch. Des Weiteren interviewt er chinesische Journalisten und Intellektuelle zur Rolle der Selbsthilfe in der chinesischen Öffentlichkeit.
Das Kolleg wünscht Herrn Hendriks einen spannenden und erfolgreichen Aufenthalt!