Universität Mannheim / PhilFak / PK Globalisierung / Neuigkeiten / Exkursion ins Musée Quai Branly, Paris

Exkursion ins Musée Quai Branly, Paris

Ein Bericht von Lucia Weiger

Im Rahmen des Kollegseminars, in dem dieses Semester Fragen zum "Faktor Mensch" in einer globalisierten Welt im Vordergrund stehen, unternahmen die Promovierenden gemeinsam mit Frau Prof. Annette Kehnel eine Exkursion nach Paris. Ziel war das am Fuße des Eifelturms gelegene Musée Quai Branly, das derzeit, neben ethnologischen Ausstellungen in Form "geographischer Rundgänge" von Ozeanien über Asien und Afrika bis nach Süd- und Nordamerika, eine Sonderausstellung zum Thema "Cheveux chéris - Frivolités et trophées" ("Beloved Hair - Trophies and trifles") bietet.

Haare bilden das Leitmotiv dieser Ausstellung und werden als universelles Thema, als eine biologisch-anthropologische Konstante verstanden, anhand derer kulturelle Vergleiche vollzogen werden können. An Exponaten wie Büsten, Fotos, Videoinstallationen, Gemälden, Perücken und Haarlocken, Skalpen, Schrumpfköpfen und Mumien wird Fragen nach menschlichen Verhaltensweisen, nach Prozessen individueller und sozialer Identitätsbildung, Sexualität und Gender sowie Macht und Symbolik nachgegangen. In Verbindung mit dem Seminarthema wurde zudem die Frage aufgeworfen, was es auf der Suche nach einem "globalen Menschenbild" zu betonen gälte: die Gemeinsamkeiten, oder die Unterschiede.

Die anschließende Nachbesprechung der Ausstellung in einem Petit Bistro konnte dann ganz ohne Haarspaltereien, haarsträubenden oder an den Haaren herbeigezogenen Diskussionsbeiträgen ablaufen - auch fand niemand ein Haar in seiner Suppe. Um ein Haar hätten sich jedoch manche in die Haare bekommen, deren Meinungen sich nicht bis aufs Haar glichen. Doch da niemand Haare auf den Zähnen hatte und sich zudem alle mit Haut und Haaren der hohen Kunst des Diskutierens verschrieben hatten, konnten solch haarige Angelegenheiten um Haaresbreite verhindert werden. Stattdessen wurde die Gelegenheit beim Schopf gepackt haarklein haarscharfe Beobachtungen einander mitzuteilen und die Ausstellung nachklingen zu lassen.