Dr. Anja Peltzer

Identität & Spektakel. Zur filmischen Inszenierung von Identität im global erfolgreichen Blockbuster-Kino

Kurzbiographie

  • Geboren 1977 in Karlsruhe
  • Studium an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main (Germanistik / Philosophie / Psychoanalyse) und an der Universität Augsburg (Medienpädagogik / Kommunikationswissenschaft / Germanistik)
  • Juli 2002: Magisterarbeit "Popkultur im multimedialen Zeitalter. Zum Ausverkauf des Mythos Pop an Hand einer Videoclipanalyse"
  • seit 2004: Lehrbeauftragte im Fach Kommunikationswissenschaft (bei Prof. Dr. Frank Brettschneider) an der Universität Augsburg
  • seit 2005: Lehrbeauftragte der Europäischen Kulturgeschichte (bei Prof. Dr. Silvia Serena Tschopp) an der Universität Augsburg im Bereich: Visuelle Kommunikation, Film, Methoden und Identität
  • 2005: Stipendiatin der Universität Augsburg im Rahmen des Programms Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre - Frauenförderung aus dem Hochschul- und Wissenschaftsprogramm (HWP).
  • 2006-2008: Stipendiatin des Promotionskollegs "Formations of the Global"
  • seit Februar 2008: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft (Lehrstuhl Prof. Dr. Angela Keppler) an der Universität Mannheim
  • Kontakt: anjapeltzer[AT]web.de

Dissertationsprojekt

Als Teil einer westlichen Gegenwartsgesellschaft hat man vor allen Dingen eines: die Wahl. Das anhaltende 'Selbstverwirklichungs'-Paradigma des heutigen Zeitgeistes bedeutet für den Einzelnen sowohl eine Befreiung als auch eine Bürde. Wie lässt sich eine stabile Identität ausbilden? Der gesellschaftliche Wandel im so genannten globalisierten Zeitalter - hin zur Individualisierung und weg von tradierten Systemen, wie etwa dem der Religion oder auch dem Staat - verlangt von jedem Einzelnen die Schaffung einer eigenen glaubwürdigen und schlüssigen Identität, ohne länger entsprechende kohärente Muster zur Verfügung zu stellen. Die Demontage festgelegter Rollen und traditioneller Systeme ebnete den Weg für die Freisetzung der Subjektivität und für den erheblichen Bedeutungszuwachs neuer Orientierungswelten wie z.B. der des Films, den Identitätsagenturen des neuen Jahrtausends.

Der so genannte Blockbuster meint die Filme, die aus ökonomischen Interessen derart angelegt sind, so erfolgreich wie möglich in den Kinos und der anschließenden Verwertung zu laufen, d.h. Millionen von Kinogängern anzusprechen. Sein berechenbarer Erfolg bei einem weltweiten Publikum rückt ihn darum in den Forschungsfokus dieses Projekts. Die wirkungsmächtigen Bilder der Publikumsmagneten auf Zelluloid prägen den globalen öffentlichen Raum, der wechselwirkend die Wahrnehmungswelt jedes Einzelnen beeinflusst, auch hinsichtlich dessen Lebensentwurfs. Filmwelten inszenieren für den Zuschauer mögliche Identitätskonzepte und zeigen ihm damit was sein kann und wer man sein kann.

Das Projekt verfolgt drei Forschungsziele, die jeweils auf verschiedenen Ebenen anzusiedeln sind. So verfolgt die Arbeit ein methodisches Ziel (1): Wie lässt sich mit Filmbildern analytisch arbeiten, ohne sich in Einzelfallanalysen zu verlieren, sondern eine Vergleichbarkeit des Untersuchungsmaterials zu schaffen? Des Weiteren wird ein disziplinäres Ziel (2) verfolgt, denn es geht um die Etablierung des Forschungsgegenstandes Film in der Kommunikationswissenschaft. Drittens untersucht die Arbeit ein Forschungsziel auf stofflicher Ebene (3): Mit welchen Mitteln konstruiert das Medium 'Film' Identität? Wie fallen die einzelnen Identitätskonzepte aus, worin unterscheiden sie sich? Warum funktionieren Identitäten wie die der beiden Titanic-Hauptdarsteller auf der ganzen Welt und warum bleiben viele europäische Filme nur in Europa erfolgreich?

Das Forschungskorpus bilden drei unterschiedliche Filmcluster, die sich aus je exemplarischen Filmen zusammensetzen: dem Hollywoodkino (1), dem weltweit erfolgreichen Kino jenseits von Hollywood (2) und dem Kino, welchem der Eintritt in den weltweiten Kinomarkt verwehrt bleibt.

Lehre

  • Proseminar "Rock'n Roll & Movies: Eine Einführung in die Theorien der Popkultur", Universität Mannheim, WS 2009
  • Proseminar "Filmtheorien weltweit. Eine Einführung in die Filmtheorien des World Cinema", Universität Mannheim, FSS 2009
  • Proseminar "MedienKulturGeschichte. Eine Diskursanalyse der Medien- und Kulturtheorie", Universität Mannheim, HWS 2008 (zusammen mit Kathrin Lämmle)
  • Proseminar "Stranger than Fiction. Eine Einführung in die Filmtheorie", Universität Mannheim, HWS 2008
  • Hauptseminar "Krieg im Hollywood-Film", Universität Mannheim, FSS 2008 (zusammen mit Prof. Dr. Angela Keppler)