David Schieferdecker

Transethnic Media Use and Attitudes towards Racialized Ethnicities among Students in Contemporary South Africa

Kurzbiographie

David Schieferdecker promoviert seit September 2012 am Promotionskolleg 'Formations of the Global'. Er studierte Medien- und Kommunikationswissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Amerikanistik-Anglistik an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale. Seine Magisterarbeit schrieb er zum Thema „Das Internet und sozialer Wandel in Entwicklungs- und Schwellenländern: Ein Forschungsbericht".

Neben forschungs- und lehrbezogenen Assistenztätigkeiten sammelte er international berufspraktische Erfahrungen in verschiedenen Institutionen und Projekten der Medienentwicklungszusammenarbeit/ICT4D und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Kontakt: d.schieferdecker[at]phil.uni-mannheim.de

 

Dissertationsprojekt

Das heutige Südafrika ist eine wirtschaftlich aufstrebende Nation, in der ein multikulturelles Bevölkerungsspektrum in teils harschen sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Gegensätzen lebt. Zwanzig Jahre nach den ersten demokratischen Wahlen verlaufen noch einige dieser Gegensätze anhand der Zugehörigkeiten zu den tradierten 'Race Groups' der Apartheid. 'Race' fungiert als Text und Subtext, als Auslöser und Interpretationshilfe von sozialen Konflikten. In diesem Kontext beschreiben die alltägliche Segregation von Lebensräumen und vorurteilshafte Einstellungen zwischen den Gruppen einen Teufelskreis.

Medienvermittelte Kommunikation spielt in der Forschung zu heutigen Formen informeller Segregation kaum eine Rolle. Vor diesem Hintergrund untersucht das Dissertationsprojekt den Zusammenhang zwischen den Mediennutzungsgewohnheiten südafrikanischer Studierender und ihren Einstellungen gegenüber den verschiedenen, rassialisiert-ethnischen Bevölkerungsgruppen. Eine Auseinandersetzung mit dem gruppenbezogenen Medienhandeln der Studierenden erscheint aus zwei Gründen relevant. Einerseits wirken Medien - im Sinne der Medienkulturforschung - in modernen Gesellschaften als primäre Bezugsquellen für symbolische Ressourcen, mit denen Wirklichkeitsmodelle konstruiert werden. Andererseits können Medien gerade in Kontexten hoher Segregation einen niedrigschwelligen Einstiegspunkt in den transethnischen Kontakt bieten.