Maartje Koschorreck

Vom Wettstreit der Traumata zur Multidirektionalität von (traumatischen) Erinnerungen: Die globale Bedeutung von Traumarepräsentationen

Kurzbiographie

  • Geboren 1981 in Bremen
  • 2001 - 2009: Studium der Fächer Anglistik/Amerikanistik und Romanistik an der Universität Bremen
    Teilnahme am studienbegleitenden Zusatzqualifikationsprogramm Magister Optimus
  • Magisterarbeit: The Representation of 9/11 in Contemporary American Writing
  • 2005/2006: Auslandssemester an der Université François Rabelais in Tours, Frankreich
  • März 2010 - August 2012: freie Mitarbeit in der Rothfeld Waterkamp GmbH für Kommunikation & Werbung
  • Seit September 2012: Stipendiatin des Promotionskollegs 'Formations of the Global'
  • Kontakt: mkoschor[at]mail.uni-mannheim.de

Dissertationsprojekt

Seit dem Jahr 2000 lässt sich in der US-amerikanischen Literatur die Tendenz ausmachen, vermehrt verschiedene kollektive traumatische Erlebnisse aus unterschiedlichen kulturellen und geschichtlichen Kontexten in einem Roman zu behandeln. Mein Dissertationsprojekt untersucht diese neue Entwicklung vor dem Hintergrund globaler wissenschaftlicher, humanitärer und politischer Traumadiskurse. Hierzu werden close readings von ‚Multitraumata‘-Romanen mit einem wide reading von nicht-fiktionalen Texten aus den genannten Bereichen verbunden. Um dem globalen Charakter der beschriebenen Entwicklung hinsichtlich der Prosatextauswahl Rechenschaft zu tragen, umfasst das Romankorpus neben US-amerikanischen auch Texte aus anderen sprachlichen und geografischen Kontexten wie bspw. Algerien.

Ziel der Arbeit ist es, einerseits einen Überblick zu geben über Strategien, die in Romanen zur Inszenierung des Nichtverstehens, das traumatischen Erlebnissen inhärent ist, und zur Verknüpfung mehrerer solcher Erfahrungen verwendet werden. Andererseits wird herausgearbeitet, inwiefern in den Romanen und den nicht-fiktionalen Texten das Potential des traumatischen Nichtverstehens, als eine Strategie grenzüberschreitender Identitäts- und Gruppenbildung bzw. interkulturellen und internationalen Dialogs zu fungieren, ausgelotet wird. Diese Entwicklung zu einer Verknüpfung von Kollektivtraumata aus unterschiedlichen regionalen und kulturellen Kontexten kann folglich als Anzeichen für die Konstruktion eines von Globalisierungsskeptikern als grundsätzlich unmöglich erachteten „common global pool of memories" (Held/McGrew) betrachtet werden und damit einen Weltentwurf für das Zusammenleben in der globalisierten Welt darstellen, der Gemeinsamkeiten statt Unterschiede betont.





Publikation

"Analyzing the Network of Traumas in Colum McCann’s Let the Great World Spin." COPAS—Current Objectives of Postgraduate American Studies 17.1 (2016): 1–21. Web. 24. Mai 2016. <http://​copas.uni-regensburg.de​/​article/​view/​253/​347>.


Lehre

"Literary and Philosophical Perspectives on Historic Injustice" (zusammen mit Kerstin Reibold), Seminar im Rahmen des Moduls Interdisziplinäre Kulturwissenschaft, Universität Mannheim, HWS 2015.