Dr. Rebecca Fuchs

  

Caribbeanness as a Global Phenomenon

 

Kurzbiographie

  • Geb. am 19.06.1978 in Ostfildern 
  • 2001 - 2007 Studium der Amerikanistik, Buchwissenschaft und Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz
  • Magisterarbeitsthema: „Concepts of Time in African American Women's Fiction: Crossroads of Time and Space in the Novels Free Enterprise by Michelle Cliff, Praisesong for the Widow by Paule Marshall, and the Film Daughters of the Dust by Julie Dash"
  • 2005 Auslandssemester an der Nelson Mandela Metropolitan University in Port Elizabeth/Südafrika
  • 2006 Teilnahme an der Summer School des Middlebury College/USA (Graduate Program der Bread Loaf School of English)
  • 2008-2009 Einkauf bei Koch, Neff & Volckmar GmbH, Stuttgart (Fachbuch und Import)
  • Seit 2009: Stipendiatin des Promotionskollegs 'Formations of the Global'
  • 05/2011 Vorbereitung und Organisation der Lesung "Possessing Women's Faces" von Brenda Flanagan, Schriftstellerin, US- Kulturbotschafterin und Professorin für Englisch am Davidson College, im Rahmen des Promotionskollegs "Formations of the Global" an der Universität Mannheim
  • 09/2011 - 11/2011 Gaststipendiat am Center for Global Studies and the Humanities der Duke University, Durham, North Carolina, USA, betreut von Prof. Walter Mignolo
  • Kontakt: rebeccafuchs[AT]gmx.de

  

  

Dissertationsprojekt

Seit dem Beginn der Kolonialisierung im 16. Jahrhundert ist die Karibik ein strategisch wichtiger Raum, der sowohl die Neue Welt mit Afrika, Asien und Europa verbindet als auch einen Knotenpunkt zwischen Mittel-, Nord- und Südamerika darstellt. Trotz der zahlreichen historisch und ethnisch unterschiedlich geprägten Kulturen besitzen die Bewohner der Karibik eine kollektive karibische Identität ("Caribbeanness"), die sich kreativ an historische Gegebenheiten angepasst hat. Durch Sklaverei, Schuldknechtschaft, Gewalt, Unterdrückung, Rassismus, Armut und Diaspora ist "Caribbeanness" zu einer besonderen "Kultur der Grenze" geworden.

Die Dissertation untersucht Romane karibischer Autoren (Junot Díaz aus der Dominikanischen Republik, Edwidge Danticat aus Haiti und Cristina García aus Kuba), die in den USA leben. Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, wie die Texte mit Kolonialismus und den darauffolgenden Diktaturen in der Karibik umgehen und den Mehrwert der karibischen Kultur als emergentes Phänomen herausstellen. Die Kulturmischung ermöglicht eine multipolare Perspektive, die mehr ist als die Summe der Teile, aus der sie besteht. Das Denken aus der Grenze heraus, auch aus der Grenze der karibischen Immigranten in Amerika, das Walter D. Mignolo "Border Thinking" nennt, bildet die metatheoretische Grundlage der Arbeit. Das Ziel ist es, eine subalterne Perspektive einzunehmen und das Denken in binären Oppositionen zu überwinden. Es reicht jedoch nicht aus, diese Sichtweise zu dekonstruieren, denn ihre Differenz oder Grenze teilt nicht nur, sondern verbindet auch. Es soll gezeigt werden, dass "Caribbeanness" eine lokale Form von Identität ist, die in ihrer Komplexität das Globale zu repräsentieren vermag und somit als ein Modell für Globalität gelten kann.

Die Literaturanalyse konzentriert sich auf literarische, zeitliche und räumliche Grenzsituationen sowie die gleichzeitige Bedeutung der Grenze als Trennung und Verbindung und der damit einhergehenden Notwendigkeit eines Perspektivwechsels. Als lokale Antwort auf die globale Darstellung von Kolonialisierung und Gewalt zeigt Caribbeanness eine Möglichkeit auf, Wissen zu dekolonialisieren und eine eurozentrische Epistemologie abzulösen.

Publikation

Vorträge

  • "Resignifying Wounds Through Silences in Edwidge Danticat's The Dew Breaker", 36th Annual Conference of the Society for Caribbean Studies, University of Oxford, 04.-06. Juli 2012.
  • "Rhizomatische Intertextualität in karibischer Literatur - eine Herausforderung der allmächtigen Stimme des Diktators in The Brief Wondrous Life of Oscar Wao von Junot Díaz", Vortrag an der Universität Hamburg im Proseminar "Der spanischsprachige Diktatorenroman: von Valle-Inclán bis Vargas Llosa" (Dozentin: Julia Borst, M.A.), Januar 2012
  • "The Plantation Machine as the Curse of Colonialism in Junot Díaz`s The Brief Wondrous Life of Oscar Wao", 35th Annual Conference of the Society for Caribbean Studies, Liverpool, UK, 29. Juni - 01. Juli 2011
  • "Intertextualidad Rizomática en la literatura caribeña – Desafiar a la voz omnipotente del dictador en la novela La maravillosa vida breve de Óscar Wao de Junot Díaz", Kolloquium und Doktorandenworkshop: LebensF(r)iktionen – Trauma, Erinnerung und Zusammenleben in den hispanoamerikanischen Literaturen, Universität Potsdam, 16.-17. Dezember 2010
  • "Rhizomatic Intertextuality in Caribbean Fiction - Challenging the Dictator's Single Voice in Junot Díaz's The Brief Wondrous Life of Oscar Wao", 11th International Conference on Caribbean Literature, Port of Spain, Trinidad, 03.-06. November 2010
  • "Transcending the Plátano Curtain: Caribbean Literature as a Way of Border Thinking", Internationale Konferenz Transnational Hispaniola: Shared History, Shared Future: Converging Paths in the Haitian and Dominican Transborder Experience, Santo Domingo, Dominikanische Republik, 03.-06. Juni 2010

Lehre

  • Proseminar "Women's Fiction of the African Diaspora", Universität Mannheim, HWS 2010-11