Dr. Vera Lauf

Moderne Aneignungen: Zur Kritik der Moderne in der Kunst der Gegenwart. Dorit Margreiter, Florian Pumhösl, Paulina Olowska

 

 Kurzbiographie

  • Geboren 1976
  • Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig
  • Beschäftigung als studentische Hilfskraft. Leitung des interdisziplinären studentischen Diskussionsforums „Einmal um die ganze Welt. Globalisierung und Kunst“ (zusammen mit Lilian Engelmann) am Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig
  • Konzeption und Organisation der wissenschaftlichen Konferenz "Global Players? Kunstgeschichte und die Gegenwartskunst der Welt" (zusammen mit Lilian Engelmann, Antje Krause-Wahl, Barbara Lange, Katharina Menzel, Leipzig 2002)
  • Magisterarbeit zum Thema: "Reisebilder und ethnologisches Interesse. Zur Auseinandersetzung mit Mechanismen der Repräsentation fremder Kulturen in den künstlerischen Arbeiten Fiona Tans"
  • 2006-2009: Stipendiatin des Promotionskollegs "Formations of the Global"
  • 2012: Disputation an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig
  • 2014: Veröffentlichung der Disputationsschrift beim Verlag Silke Schreiber (München)
  • Kontakt: v_lauf[AT]t-online.de

Dissertationsprojekt

Die Auseinandersetzung mit der Moderne stellt in verschiedenen Wissenschafts- und Praxisfeldern ein permanentes Betrachtungsfeld dar. Befragt wird das Verhältnis zwischen den in der Moderne festgeschriebenen Modellen und der gegenwärtigen sozio-kulturellen Lebensgestaltung. Welche Auswirkungen haben die in der Moderne geschaffenen Bedingungen auf die Strukturierung unseres Lebens heute?

Haben die Darstellungen, die unter einem postmodernen Ansatz zusammengefasst wurden, häufig den Versuch unternommen, die Gegenwart in Abgrenzung zur Moderne zu formulieren, setzt in den jüngsten Auseinandersetzungen vermehrt eine veränderte Betrachtung ein. Nach dieser wird nicht ein Bruch mit der Moderne vollzogen, sondern ein anderer Umgang evoziert. Das Dissertationsvorhaben "Neukartierung der Moderne: Effekte der Globalisierung und die Rezeption der Moderne in der zeitgenössischen Kunstpraxis" will aktuelle künstlerische Arbeiten untersuchen, die einen solchen veränderten Blick auf die Moderne vorschlagen. Gerade vor dem Hintergrund der postsozialistischen und postkolonialen Erfahrung - so der Ansatz - wird die Moderne als vielschichtig und facettenreich betrachtet: wahrgenommen werden die verschiedenen Formen der Moderne, die sich räumlich und zeitlich sowohl überlappen als auch unterscheiden. Aufbauend auf die zunehmend präsenteren Erfahrungen der kulturellen Globalisierung (Migration, transkulturelle Verzahnungen, Herausbildung hybrider Formen etc.) und den damit einhergehenden Einsichten in verschiedene kulturelle Erfahrungszusammenhänge müssen gewohnte Vorstellungen und Paradigmen aufgebrochen und bisherige Metaerzählungen, wie sie die Moderne darstellt, einer Revision unterzogen werden.

Ziel des Promotionsprojektes ist es aufzuzeigen, inwieweit die Erfahrungen der kulturellen Globalisierung eine Neubewertung der Moderne bedingen. In diesem Zusammenhang wird nach den konkreten Aspekten, die als Ursache für ein Überdenken der gängigen Wahrnehmungsmuster anzuführen sind, gefragt. Ausgehend von den vorangestellten theoretischen Überlegungen zur Modernerezeption sollen solche künstlerischen Arbeiten diskutiert werden, die einen anderen Blick auf die Moderne vorschlagen und damit tradierte Paradigmen und Vorstellungen (z.B. von Identität, Kultur, Zeit und Raum) für ein erneutes Überdenken anbieten. Die Arbeiten folgender Künstler/innen werden u.a. untersucht: Liam Gillick, Marko Lulic, Dorit Margreiter, Lucy McKenzie/Paulina Olowska, Christian Philipp Müller, Florian Pumhösl und Fiona Tan. Dabei soll auch diskutiert werden, welchen Erfahrungsraum und welche Rezeptionsparameter die künstlerischen Auseinandersetzungen gerade auch in Abgrenzungen zu den theoretischen Modellen, auf die sie sich beziehen, eröffnen. Untersucht wird daher, was die spezifisch künstlerische Herangehensweise anderes evoziert als es der rein theoretische Diskurs ermöglicht.

Veröffentlichungen / Vorträge

  • "Rediscovering the Dialogue - An Interview with Rasheed Araeen", in: Globalisierung/Hierarchisierung: Zur Konstruktion und Funktion kultureller Dominanzen, hrsg. von Irene Below u. Beatrice von Bismarck, Marburg 2005. (zusammen mit Lilian Engelmann)
  • Weitere Publikationen zu zeitgenössischer Kunst in Ausstellungskatalogen
  • "Neukartierung der Moderne. Zur Modernerezeption in der zeitgenössischen Kunstpraxis", Vortrag an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig im Rahmen des /D/O/C/K-Projektbereichs (Leitung: Beatrice von Bismarck), November 2005